Mazedonien

Wir heben ab!

Nach unserer spannenden Zeit in der Hauptstadt Skopje fuhren wir weiter in Richtung Ohrid-See. Dort steuerten wir einen wirklich netten, kleinen Campingplatz an. Zur Begrüßung gab es einen Kaffee und einen traditionellen Raki! Wie nett. Der Sonnenuntergang am Ohrid-See, einem „Zwei-Länder-See“, da er zum Teil auch in Albanien liegt, war wunderschön. Das Wasser lag friedlich vor uns, blau und lila Töne hüllten uns ein und die Stimmung war verträumt.

An der Rezeption hatten wir einen interessanten Flyer entdeckt. Paragliding über den Ohrid-See! Cool. Martin spielt ohnehin schon länger mit dem Gedanken, sich dem Paragliding zuzuwenden. Und um einmal zu schnuppern, ob das Ganze überhaupt etwas für ihn ist, kam so ein Tandemflug doch gerade recht! Wagemutig rief er unter der angegebenen Nummer an. Tatsächlich war es möglich gleich für den nächsten Tag einen Sprung zu buchen. Na Prima!

Um zehn Uhr, oder sagen wir um zehn Uhr mazedonischer Zeit, also zwanzig Minuten nach zehn wurden wir abgeholt. Kristian, der Tandem-Pilot fuhr mit uns und noch zwei weiteren wagemutigen Dänen auf einen Berg in der Nähe des Sees. Wow! Allein der Ausblick von hier oben war spektakulär. Zuerst sollten die beiden Dänen es wagen. Ich war froh, denn eigentlich habe ich doch Höhenangst und ich hatte bis dato noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht, was in der nächsten Stunde auf mich zukommen würde. Wir lauschten also den Instruktionen, die eigentlich nur „run run run“ hießen. Man sollte also dem Piloten nicht im Weg rumstehen, sondern auf sein Kommando einfach anfangen zu rennen bis man vom Boden abhebt. Okay. Das sollte machbar sein.

Nach einer guten Stunde des Wartens am Berg kamen die beiden Piloten zurück und wir wurden ohne großes Gerede angeschnallt. Dass ich ein bisschen die Hosen voll hatte interessierte niemanden so richtig. Kristian und sein Co-Pilot sind Profis, die in der Hauptsaison bis zu 10 Sprünge am Tag absolvieren. Nagut, wenigstens genug Erfahrung hat er, dachte ich. Und schon ging es los. „Run run run“ ertönte es hinter mir. Ich lief, der Schirm zog mich zurück, ich lief weiter und plötzlich war da kein Boden mehr unter meinen Füßen! Wir flogen! Man was für ein Gefühl! So was von unbeschreiblich! Meine Höhenangst war kein Problem, denn wir waren SO hoch, dass ich es mit nichts vergleichen könnte, was ich bisher erlebt habe. Wir flogen bis auf 2200 Meter Höhe, man konnte über den See blicken und alles unter uns sah wie eine Miniaturspielzeugwelt aus. Ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Fliegen ist schon zu recht der Traum der Menschheit und es ist wirklich ein bisschen verrückt, dass es „so einfach“ ist.

Wieder heil am Boden angekommen waren Martin und ich uns einig: das war geil! Überglücklich und voller Adrenalin bestürmten wir Kristian mit Fragen über Fragen zum Fliegen. Mit dem Ergebnis, dass er uns einlud in seine Heimatstadt Prilep zu kommen und einen Paragliding-Kurs zu machen. Nur für uns beide. Ähm okay. Warum eigentlich nicht?!

Des Geldes wegen lautet die Antwort. Zumindest mein Reisebudget schmilzt unaufhörlich vor sich hin und ich muss dringend eine Möglichkeit finden, Geld zu verdienen, oder zumindest zu sparen. Ich habe schon einige Höfe bei Workaway angeschrieben um für Kost und Logis arbeiten zu können und meinen Geldbeutel für einige Wochen zu schonen. Eine wirkliche Möglichkeit richtiges Geld zu verdienen ist leider zurzeit nicht in Aussicht. Ich versuche es weiter und werde dazu auch nochmal einen gesonderten Beitrag hier auf der Seite veröffentlichen.

Nun gut, für mich also kein Paragliding-Kurs. Aber Martin war angefixt. Und warum auch nicht? Ich machte ihm Mut diese einmalige Chance zu ergreifen. Wann sonst lernt man schon mal fliegen in Mazedonien?! Gesagt, getan. Wir fuhren nach Prilep, einer spannenden und aufregenden Woche entgegen.

Unsere Highlights:

Paraglidingflug über den Ohrid See http://www.flyohrid.com/

Campingplatz Ohrid Lake: https://campingrino.com/

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