Kroatien

Was lange währt wird endlich gut

Nach der super schönen Zeit mit unseren Freunden in Kroatien, wollten wir eigentlich zeitig aufbrechen um noch ein wenig von den sommerlichen Temperaturen in Bosnien und dem Kosovo zu nutzen. Allerdings hatten wir unsere Rechnung ohne die kroatische Post gemacht… Wie ihr wisst warteten wir noch immer auf das (zweite) Päckchen mit Sentas Medizin, da das erste von der kroatischen Polizei beschlagnahmt wurde. Wir hatten eine ungefähre Ahnung, wann es ankommen würde, aber eben nur eine ungefähre. In der kleinen Siedung Obrš, oberhalb des Ferienortes Mošćenička Draga, fanden wir einen schönen Stellplatz. Wir hatten einen tollen Rundumblick über das Meer, bis hin nach Rijeka, von den Einheimischen störte sich niemand an unserem Dasein und wir genossen die Ruhe außerhalb des Trubels.

Ein toller Spot zum Abschalten und Genießen…

Nach zwei Nächten wollten wir es dann aber wissen und fuhren voller Hoffnung nach Rijeka zum Postamt. Ein Päckchen aus Deutschland war dort allerdings nicht angekommen. Mit langen Gesichtern saßen wir vorm Postamt. Nun war klar, dass wir noch länger hierbleiben mussten als geplant. Besonders mich ärgerte das, da ich Kroatien lieber gestern als morgen verlassen wollte um die verbleibenden Sommerwochen in anderen Ländern zu nutzen. Aber es half ja nichts. Ein neuer Plan war schnell gemacht und wir steuerten einen Nationalpark in den Bergen unweit von Rijeka an um dort eine weitere Nacht, ggf. auch zwei zu verbringen. Gesagt getan, am Omladinsko Stausee fanden wir einen tollen Spot für die Nacht. Es stand mal wieder ein Haus und Hof Tag an, denn wir konnten in Rijeka endlich mal einige unserer Wäscheberge waschen und hängten sie am See, an dem Campen eigentlich streng verboten war, sehr zu unserer eigenen Belustigung auf. Mitten in der Natur seine Schlüpper aufzuhängen macht man ja doch nicht alle Tage

Am nächsten Tag fuhren wir zum Risnjak Nationalpark weiter. Da es total bewölkt war, entschieden wir uns nicht für die Route zum Gipfel, sondern für eine Wanderung zur Kupa Quelle. Eine der tiefsten und stärksten Quellen Europas. Die tiefste, bisher erforschte Stelle liegt 158 Meter unter der Wasseroberfläche und rund 1200 Liter Wasser fließen pro SEKUNDE aus den Tiefen nach oben. Das Wasser hat eine tiefe türkisgrüne Farbe und die Quelle ist von hohen Bergwänden umgeben. Ein wirklich magischer Ort. Auch die Wanderung entlang des Kupa Flusses bot landschaftlich reizvolle Ausblicke. Im Wald fanden wir sogar etliche Parasol Pilze. Damit war für uns die Pilzsaison eröffnet und wir ließen uns die riesen Kerlchen knusprig paniert gut schmecken!

Am nächsten Tag nahmen wir erneut Anlauf auf Rijeka. Diesmal musste das ersehnte Paket doch da sein! Aber bei der Post mal wieder Fehlanzeige, obwohl meine Sendungsverfolgung angezeigt hatte, dass das Paket zugestellt worden sei. Die Postbeamten waren leider auch eher weniger motiviert uns bei unserem Problem zu helfen und zuckten nur gelangweilt mit den Achseln, als wir das Problem und die Situation ausführlich erklärt hatten. Nun aber kam Martins Ehrgeiz ins Spiel. Nachdem ich schon völlig entmutigt war, griff er zum Telefon und nach einer Stunde Telefoniererei mit der deutschen Versandfirma, die ihn nach Österreich und schließlich nach Kroatien verwies, erhielt er eine Adresse, an der unser Paket auf uns warten sollte. Das Päckchen hatte auf seiner Reise in jedem Land eine neue Sendungsnummer bekommen und war, nachdem die Poststelle, zu der wir es gesendet hatten, es nicht hatte annehmen wollen, zurück zum Verteilerstandort geschickt worden. Mit wehenden Fahnen fuhren wir nun zu der Adresse in einem Industriegebiet. Im Logistikzentrum des kroatischen Zustellers lag dann doch tatsächlich unser Packet! Endlich! Wir führten ein wahres Freudentänzchen auf und waren nach diesem Postkrimi heil froh, dass wir nun weiterfahren und Rijeka hinter uns lassen konnten!

Der Tag war allerdings schon so weit fortgeschritten, dass wir nur noch bis kurz vor die Bosnische Grenze kamen. Da wir unmittelbar an den Plitvitcer Seen vorbeifuhren, dachten wir uns, dass wir diese dann ja am nächsten Tag auch noch mitnehmen könnten, bevor wir Kroatien endgültig (und für längere Zeit) verlassen würden.

Aber mal wieder hatten wir unsere Rechnung ohne den pfiffigen kroatischen Tourismusverband gemacht. Am nächsten Morgen standen wir also gut gelaunt und munter vor den Toren zum Nationalpark der Plitvitcer Seen. Der Parkplatz ließ allerdings schon Böses ahnen, Buslandungen voller Touristen und Reisegruppen schlängelten sich im Gänsemarsch in Richtung Einlass. Die 35 Euro Eintritt pro Person gaben uns dann den Rest. Wir sind gerne bereit etwas zum Erhalt von Nationalparks zu bezahlen und auch den Tourismus im Land zu stärken, aber das fanden wir schon ordentlich frech. Einen, von Natur aus schönen und besonderen Ort, derart auszuschlachten und zu vermarkten, ist gar nicht nach meinem Geschmack und hat mir die Lust auf diesen Anblick vermiest. Wir zogen ab. Raus aus Kroatien. Endlich.

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