Kosovo mit Hund

Reisen mit Hund im Kosovo war grundsätzlich kein Problem. Allerdings gibt es auch hier viele wilde Hunde. Die sind allerdings meistens sehr schüchtern und gut sozialisiert, sodass es mit einem freundlichen Hund keine Probleme geben sollte. Kosovo mit Hund zu bereisen ist ein kleines Abenteuer, macht aber auch unglaublich Spaß, da man das ganze Land noch fast für sich allein hat. Die Hotels und Unterkünfte sind allerdings noch nicht so sehr auf den Tourismus mit Hund eingestellt. In Prizren gab es nur ein einziges Hotel, welches Hunde erlaubte. Dies war dafür auch wirklich schön und sehr zentral (Hotel Centrum Prizren). Campingplätze gibt es im Kosovo nicht. Oft kann man auf Parkplätzen von Restaurants und Hotels stehen und deren Toiletten mitbenutzen, wir suchten uns meist einfach einen schönen Ort und parkten, ohne dass sich irgendjemand daran gestört hätte. Im Gegenteil. Die Menschen sind neugierig und freuen sich, wenn Touristen, auch mit Hund ihr Land erkunden.

Leider liegt auch in der Natur viel Müll, was mit Senta ein bisschen anstrengend ist, da sie sich gerne mal einen Snack aus dem Unrat organisiert. Das krasseste was wir gesehen haben, war das ein Mann beim Wandern einfach eine halb volle Tüte Chips, in die er zwei, drei Mal hineingegriffen hatte, neben sich ins Gebüsch warf. Über mein empörtes Schimpfen lachte er nur. Die Menschen hier haben wirklich bisher keinen Sinn für Umweltverschmutzung und Naturschutz. Das ist ein bisschen schade, aber der Thematik sind wir in den osteuropäischen Ländern ja leider schon öfter begegnet.

Ansonsten waren die Leute sehr begeistern von Senta und oft musste ich sie eher vor zu vielen Händen und Übergriffen schützen. Viele Muttis mit Kindern wollten sie streicheln oder ein Foto machen. Das ist bis zu einem gewissen Grad ja auch okay und eigentlich schön, wenn sich dann aber eine Kindertraube von 5-10 Kindern um Senta gebildet hat, die alle lautstark ihre Freude über so einen lustigen Hund äußern, wird selbst ihr das ein bisschen zu viel. In solchen Situationen nehmen wir meistens reiß aus oder ich muss einmal ganz deutlich werden und rede dann einfach sehr streng auf Deutsch darüber, dass ich das nicht möchte. Das reicht aus um wieder Abstand zu schaffen.

Ein bisschen mitdenken…

Außerdem konnte ich sehr günstig gutes Hundefutter kaufen und auch frei laufen in der Natur war nirgendwo ein Problem. In manche Restaurants dürfen Hunde nicht mit rein, aber es gab immer eine Alternative, in der Senta willkommen war. Man ist hier einfach noch nicht so weit mit dem Tourismus. Es kommen bisher nur sehr wenige Menschen in das Land aber umso mehr ist man willkommen. Wenn man zum Beispiel nach Wasser für den Hund fragt oder ob es okay ist sie mit rein zu nehmen sind die Leute erst ein wenig überrascht, da hier kaum jemand einen Hund als Haustier hat, aber kommen dem Wunsch gerne nach.

Man muss eben ein bisschen mitdenken und kann noch keinen 100 % rundum Service in jeder Hinsicht erwarten, da dafür die Erfahrung, besonders mit westlichen Touristen, noch fehlt.

Für uns war die Reise in den Kosovo mit Hund eine tolle Erfahrung und wir haben so viele tolle und nette Menschen getroffen, die Landschaft genossen und dieses, bisher so unbekannte Land für uns entdeckt. Wir werden definitiv wiederkommen.