Mazedonien

Skopje und der Mavrovo Nationalpark

Zunächst wollten wir Skopje unter die Lupe nehmen und dann weiter Richtung Süden in den Mavrovo Nationalpark fahren. Von Skopje war, besonders Martin, von Anfang an begeistert. Die Altstadt mit dem authentischen Basar, die vielen Cafés und Handwerker in ihren kleinen Läden, doch, das gefiel mir auch ganz gut. Wie immer fühle ich mich in Städten aber eher beengt und bedrängt und habe schnell Sehnsucht nach Weite und Natur. Die „Neustadt“, durch das Projekt „Skopje 2014“ besonders geprägt, fand ich dagegen schon fast absurd. Für hunderte Millionen von Euros werden hier Prachtbauten im Altgriechisch/Mazedonischen Stil errichtet. Alles ist überdimensioniert, vom Wasserwerk über das Archäologie Museum zum Regierungsgebäude.

Der „Las-Vegas-wanna-be“-Eindruck wird abends durch die spektakulären Wasserspiele und Beleuchtungen noch unterstrichen. Die einen sagen dazu Geldwäsche der Regierung, die anderen finden es gut, da es Touristen anlockt und man definitiv „etwas“ zu sehen bekommt in dieser Stadt. Ich fand es anfangs abscheulich, später absurd und am Ende dann doch amüsant. Überall stehen riesige Statuen, jeder Mazedone, der irgendwann einmal irgendetwas geleistet hat, wird hier verewigt. Das Lied „Denkmal“ von Wir Sind Helden kam mir in den Sinn: „Sie haben uns ein Denkmalgebaut…und jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut…“ Nunja. Als Bürger würde ich das Geld auch lieber in Schulen und Krankenhäuser investiert sehen… Die Statue von „Alexander dem Großen“, dem wohl berühmtesten Mazedonen, darf sich übrigens, den Griechen sei Dank, lediglich „Reiter auf Pferd“ nennen, da die Griechen Alexanders Erbe für sich allein beanspruchen. Für solcherlei Gefrotzel auf internationaler Ebene fehlt mir wirklich jedes Verständnis.

Nach einem Tag Sightseeing nahmen wir natürlich gerne die Einladung von Nikola und Jasmina an und besuchten die Beiden zum Abendessen in ihrer Wohnung. Wir bekamen die volle mazedonische Gastfreundschaft zu spüren, mit mazedonischem Essen im Überfluss, Raki und einem ehrlichen und authentischen Einblick in das Leben in Mazedonien. Die beiden wollen ihr Land hinter sich lassen und nach Deutschland aufbrechen, sobald die Sprachkenntnisse gefestigt und ein Job in Deutschland gefunden sind. Wir waren überwältigt von so viel Herzlichkeit und Offenheit. Da eine Woche später das, in ganz Mazedonien berühmte, Jazzfestival Skopjes stattfinden sollte, beschlossen wir spontan nach unserem Besuch im Mavrovo-Nationalpark, noch einmal nach Skopje zurück zu kommen. Wir verabredeten uns gleich mit unseren neuen Freunden für ein Konzert am Samstagabend.

Neue Freunde aus Skopje!

Am nächsten Tag brachen wir zeitig auf in den Nationalpark. Auch in Mazedonien wird es langsam Herbst. Das Wetter erstrahlt aber noch immer mit Sonnenschein und tiefblauem Himmel, da macht es auch nichts, dass die Nächte kühler werden. Der Mavrovo-See, ein Stausee, der an seinen tiefsten Stellen 50-60 Meter tief und voller kristallklarem, frischem Wasser ist, war umgeben von Wäldern, die in prächtigen Herbstfarben leuchten. Was für ein Anblick. Wir fanden einen wunderschönen Night-Spot, ein Secret Spot, für alle, die auch einmal nach Mazedonien reisen möchten. Die Tage hier waren wunderbar friedlich. Wir gingen wandern, Pilze sammeln, machten Yoga auf den Felsen, Lagerfeuer am Abend und sammelten neue Energie. Zum Schwimmen war das Wasser ein bisschen zu kalt, aber genau richtig für den „Wake-up“-Sprung am frühen Morgen. BRRRR besser als jeder Kaffee! Danach ist man auf jeden Fall wach. Außer einer Herde Schafe, die jeden Tag zwei Mal vorbeikam, hatten wir diesen tollen Spot komplett für uns alleine. Ich genoss die Ruhe und die Herbst-Stimmung, bei der man spüren konnte, wie die Natur langsam stiller wird und sich auf die ruhigen Wintermonate vorbereitet.

Zurück in Skopje. Diesmal hatten wir uns ein AirBnb-Apartment genommen um die abendliche Parkplatzsuche zu umgehen. Das Wochenende war voll schöner Momente, toller Musik und anregender Gespräche. Ich bekam endlich mein lang ersehntes neues Tattoo! Aus einem wurden spontan zwei, warum auch nicht. Ich kann das Tattoo Studio „MG-Tattoo-Studio“ sehr empfehlen. Das erste Konzert, in der Nationaloper Skopjes, war sehr stimmungsvoll. Es spielten Anour Brahem und davor das „Sokratis Sinopoulos Jazzquartett“. Danach ging es noch in den Club „Epicentar“ wo ein Jazz-DJ auflegte. Nach dem Konzert plagte uns allerdings der Hunger und wir waren nachts noch auf der Suche nach einem Snack. Nachdem wir uns durchgefragt hatten, war klar: alle Empfehlungen führten zum „Fast Food 7“, auch „7 Burger“ genannt, dem einzigen Fastfood-Laden, der bis spät in die Nacht geöffnet hat und bei den Einheimischen Kultstatus hatte. Tapfer fragten wir uns durch die Gassen, denn besagter Laden ist vielleicht legendär, aber auch ziemlich versteckt. Die Suche wurde allerdings mehr als belohnt! Es gibt, wie der Name schon sagt, Burger. Nur Burger. Und zwar Pom-Burger: Burger mit Pommes, Soße und Oregano. Kein Salat/Tomate/Gurke/Schnick-Schnack. Klingt komisch. Schmeckt phantastisch. Die Mazedonische Antwort auf den Pom-Döner! Yummy!

Der erste Abend war gelungen! Ein bisschen gerädert holperten wir durch den Tag. Abends trafen wir uns mit Jasmina und Nikola zu einem weiteren Konzert. Im „MKC“, einem alternativen Jugendzentrum, spielte der bekannteste Dirigent Mazedoniens mit einem kompletten Orchester eigene Jazz-Kompositionen. Voll geil! Der Abend war super schön und wir sagen nochmals DANKE an unsere lieben Bekanntschaften aus Skopje!

Zeit die Hauptstadt zu verlassen. Was uns allerdings an unserer nächsten Etappe, dem Ohridsee, erwarten würde waren wir nicht vorbereitet.

Unsere Highlights:

  • die Festung Kale hoch über Skopje
  • der „Green Markt“ mit super frischen Produkten, hat die ganze Woche geöffnet und ist nicht so überlaufen, wie der in der Altstadt
  • MKC alternatives Jugend und Veranstaltungszentrum in der 15, Dimitar Vlahov Walk 1000, Skopje 1000, Nordmazedonien
  • Club Epicentar Boulevard Saint Clement of Ohrid 60a, Skopje 1000, Nordmazedonien
  • Unser absoluter Tipp für einen kulinarischen Hochgenuss: Fast Food 7 in der Borka Talevski 5, Skopje 1000, Nordmazedonien
  • der Mavrovo Nationalpark
  • Für Freunde der Hautkunst: MG Tattoo Studio
  • und natürlich das Skopje Jazz Festival mit den Konzerten

Ein Kommentar

  • Anonymous

    super berichtet….
    ich denke Senta sollte auch ein Denkmal beommen, diregt neben dem Alexander dem großen…. den darf sie dann bewachen….kKuss an euch DREI

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