2019-12 Griechenland

Roadtrip durch Griechenland

Wir traten unseren Ritt nach Antalya an. Da wir für den Dezember eine Farm über WorkAway gefunden hatten, die uns für Arbeit mit Kost und Logis versorgen sollte, nahmen wir die lange Fahrt, in den Süden der Türkei, in den Angriff. Eigentlich hatten wir die Fähre nehmen wollen, von Athen nach Bodrum. Das hätte uns etliche Landkilometer gespart und wir wären sogar noch auf einer der griechischen Inseln vorbeigekommen. Leider ist nicht möglich in Bodrum eine Versicherung für das Auto zu bekommen. Da unsere Versicherung die Türkei nicht abdeckt, war das ein riesen Problem. Nachdem Martin mit allen möglichen Menschen von Versicherungen und Hafenverwaltung telefoniert hatte, schien es keine geeignete Lösung für uns zu geben. Wir haben jetzt die Versicherung gewechselt und nun deckt sie mehr Länder ab. Allerdings kann man diesen Fall öfter haben, denn, an der normalen Landgrenze ist es natürlich kein Problem eine Versicherung zu kaufen. Dort ist man ja darauf eingestellt, dass fremde Autos ins Land kommen. Wenn man an anderen Orten in das Land einreisen will, als an den offiziellen Grenzen, wird es schon schwieriger. Wir wollten das Risiko, nicht ins Land gelassen zu werden, nicht eingehen und haben uns dann eben doch für den Landweg entschieden.

Also hieß es mal wieder ROADTRIP. Den ersten Stopp legten wir in der Nähe von Lamia ein. Dort gab es einen riesen Parkplatz in der Nähe von heißen Quellen. Der faulige Eier Geruch zeigte uns an, dass wir richtig waren. Am nächsten Morgen erkundeten wir die Gegend und fanden, etwas abseits, einen heißen Pool, den wir ganz für allein hatten. Herrlich, so ein SPA mitten in der Natur.

Nach dem Planschen entschlossen wir uns, noch ein paar Kilometer zu machen. Das nächste Ziel war Meteora. Eine besondere Sehenswürdigkeit. Vor hunderten von Jahren haben Mönche auf natürlichen Felssäulen, die weit in den Himmel ragen, Klöster gebaut.

Wir suchten uns einen Platz für die Nacht, hoch oben auf einem Berg, von dem aus wir uns eine tolle Aussicht erhofften. Am nächsten Morgen mussten wir jedoch feststellen, dass wir an diesem Tag wohl gar keine Aussicht würden genießen können. Eine dichte Nebelwand umgab uns und es machte nicht den Anschein, als würde sich diese zeitnah wieder verziehen. Und so war es auch. Wir besuchten eines der Klöster und stapften tapfer die Stufen bis nach oben hoch.

Es ist schon verrückt, wohin die Menschen überall ihre Nester bauen. Diese Umgeben wirkte nun wirklich nicht besonders einladend und siedlungsfreundlich aber, zugegebenermaßen, wenn man an Gott glaubt, war man ihm/ihr hier oben ein gutes Stück näher… Trotzdem lustig sich vorzustellen wer auf eine solche Idee gekommen ist. Jemand muss ja mal gesagt haben: “Hey Leute, ich hab ne bomben Idee! Lasst uns das Haus da oben bauen, auf dem höchsten Punkt, auf dieser Felssäule!“….

Tadaaaaa… Wie sie sehen, sehen sie nichts…

Die herrliche Aussicht, von der alle schwärmen, wurde uns an diesem Tag leider verwehrt. Schade, aber so ist das nun mal. Sooft man zur rechten Zeit am rechten Ort ist, so kann man genauso mal Pech haben, mit dem Wetter. Die Wettervorhersage machte uns auch keine Hoffnungen auf Besserung, so nahmen wir es mit Humor und brachen auf in Richtung Thessaloniki.

Ein heftiges Gewitter brach über uns herein und begleitete uns auf dem Weg nach Norden. An unserem Nachplatz, einem Parkplatz direkt am Meer, tosten die Wellen so sehr, dass wir in der Nacht ganz besorgt, waren ob nicht doch eine kleine Springflut Don Busso erfassen könnte. Der Wind pfiff so stark, dass der Regen von der Seite kam, nicht, dass wir das aus Rostock nicht gewöhnt wären, aber immer noch sehr unangenehm. Besonders das nächtliche Pinkeln ist ein wahres Erlebnis, wenn der Regen von allen Seiten kommt und es stürmt und das Meer tost, als wollte Poseidon persönlich Guten Tag sagen.

Eigentlich wollten wir am Tag darauf die Stadt Thessaloniki besuchen, aber es schüttete aus Eimern. Also fuhren wir daran vorbei, weiter zu einem verlassenen Dorf. Dort gab es weitere heiße Thermalquellen. Wir schlugen für zwei Nächte unsere Zelte auf. Es war interessant zu sehen, dass das Dorf von einigen autonomen Hausbesetzern belebt war. Auch einige Camper hatten den Weg über Park4Night hierher gefunden. Die Locals kamen ebenfalls zum Baden in den Quellen. Einige Männer, mit denen wir ins Gespräch kamen, fragten uns, ob wir nicht Angst hätten hier zu übernachten. Die Menschen, die hier wohnen, seien alle kriminell und gefährlich. Achja… die lieben Vorurteile. Es gibt sie überall und überall sind sie die Gleichen. Andersartige, fremde Menschen mit alternativen Lebenskonzepten sind per se erstmal kriminell und gefährlich. Klasse. Nein, wir fühlten uns nicht bedroht. Im Gegenteil bei den Spaziergängen am Tag, waren alle sehr freundlich und aufgeschlossen.

Wir genossen die Tage Pause von der Fahrt, gönnten uns Wellness und mummelten uns ein, denn der Regen ließ leider kaum nach. Wenigstens konnte man sich in den heißen Quellen schön aufwärmen.

Der nächste Stopp war auch der letzte Abend in Griechenland. Wir fanden einen tollen Spot an einer Steilküste, der Regen hatte endlich aufgehört und wir konnten ein bisschen durchatmen und die Zeit in Griechenland Revue passieren lassen.

Wir haben gelacht, geweint, gebangt und entspannt. Griechenland war sehr emotional für uns. Wir haben tolle Ecken gefunden und sich zu der Erkenntnis gekommen, dass man für Griechenland nochmal ein bisschen mehr Zeit einplanen sollte und das am besten im Frühjahr/Sommer.

22.11-2019-27.11.2019

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