Albanien

Reisen in Albanien

Nach der tollen und aufregenden Zeit in Bosnien-Herzegowina haben wir unser „Fluss-Domizil“ dann doch irgendwann aufgegeben und sind weiter Richtung Albanien gefahren. In Shkodra fanden wir uns auf einem Campingplatz ein und waren erst mal ziemlich überrascht und begeistert von den Annehmlichkeiten und dem hohen Standard, der uns erwartete. Damit hatten wir nicht gerechnet. Ein Campingplatz auf solchem Niveau kostet in Westeuropa das 4 bis 5-fache. Wir zahlten 14 Euro die Nacht für alle. Da wir die letzten Wochen fast nur wild gecampt hatten, genossen wir für zwei Nächte die gepflegte Anlage, das schnelle Wlan (die schlechte Netzabdeckung war in Bosnien tatsächlich das einzige kleine Manko gewesen) und die Sanitären Anlagen. Hängematten und eigenen Seezugang inklusive. Fast wie Urlaub hier.

Nach den ruhigen tagen auf dem Campingplatz zogen wir los um den Norden Albaniens zu erkunden. Wir wollten mit der Fähre über den Komansee, einen riesigen Stausee in den Bergen, übersetzen um dann weiter in den Valbona-Nationalpark zu fahren und in den Bergen zu Wandern. Die Fahrt zum Fähranleger bot dann auch die ersten „richtigen“ Einblicke. Vorbei war die geschönte Resort Welt des Campingplatzes, der vor allem wohlhabende Europäer älteren Semesters anziehen sollte (was auch funktioniert!) und das echte Albanien öffnete seine Tore. Die kurvenreiche Straße in die Berge und durch die Dörfer zeigte wieder vermehrt subsistenzwirtschaftlich geprägte Dorfstrukturen, Hirten die in den kargen Felsregionen ihr Vieh hüten, natürlich mit dem Smartphone in der Hand, was bei 4G Netzabdeckung ja auch kein Wunder ist, und hielten auch die berühmten albanischen Straßenverhältnisse für uns bereit. Aber keine Angst. Ja es gibt Schlaglöcher in Albanien und nicht jede Straße ist asphaltiert, aber selbst für einen stink normalen Polo wären die Zustände kein Problem, genauso wenig wie für Vans und kleinere Campingmobile. Da die Straße in Koman am Fähranleger endet, ist es kein Problem den Weg dorthin zu finden. Wir wollten die 12 Uhr Fähre nehmen, die laut Campingplatz-Information jeden Tag fahren sollte.

Am Fähranleger angekommen bestürmten uns auch gleich zwei ziemlich aufdringliche Albaner und wollten uns für 90 Euro ein Fährticket verkaufen. Die Fähre sollte allerdings erst am nächsten Tag fahren. Wir hatten uns aber vorher im Internet informiert und gelesen, dass der Preis nur ca. 60 Euro betragen sollte. Ein bisschen überfordert, da es am Fähranleger ziemlich eng ist und wir mit dem Bus den Tunnel blockierten, der die einzige Zufahrt ist, versuchten wir erst mal die beiden geschäftstüchtigen Männer abzuwehren und uns zu beratschlagen. Die Stimmung kippte dann auch kurz und der eine machte uns unmissverständlich klar, dass wir verschwinden sollten, wenn wir kein Ticket bei ihm kaufen würden. In solchen Fällen kurbelt man am besten das Fenster wieder hoch und übt sich in buddistischer Ignoranz ohne auf die feindselige Stimmung einzugehen. Nachdem wir mit einigen anderen Touristen, die ebenfalls ziemlich genervt, ob dieser Aufdringlichkeit waren, gesprochen hatten, war recht schnell klar, heute würde wirklich keine Fähre mehr fahren. Wir waren gestrandet. Na gut so läuft es eben manchmal. Das Fährticket lässt sich übrigens auch übers Internet buchen und wir würden jedem raten, dies auch zu tun um den nervigen „Zwischenhändlern“ keine Erfolge mehr zu bieten. Außerdem ist es natürlich günstiger. Über https://komanilakeferry.com/en/buy-a-ticket/ kann man problemlos das Ticket online kaufen und via Paypal bezahlen.

Da Koman bis auf den Fähranleger und die große Staumauer des Komansees nun wirklich nicht viel zu bieten hat, checkten wir auf dem nächst gelegen Campingplatz ein und nutzen den Tag zum Arbeiten und für Internetrecherche. Mit unserem mobilen Hotspot GlocalMe und einer lokalen SIM Card, die wir in Shkodra gekauft hatten, hatten wir auf dort in den Bergen 4G Netzempfang. Für 10 Euro die Nacht hatten wir einen sehr netten Campingplatzbetreiber, der auch ein Restaurant mit Bar führt und einen Stellplatz mit sanitären Anlagen (die allerdings nicht mehr ganz dem Standard des Glamping Campingplatzes entsprachen^^). Man kann in Koman aber auch auf fast jedem Parkplatz übernachten. Die Einheimischen sind es gewohnt, dass über den Tag verteilt Touristen anlanden, die auf die Fähre am nächsten Tag warten. Wildcampen ist also kein Problem. Am nächsten Morgen sollte es dann aber um 9 Uhr wirklich losgehen!

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