Albanien

Reisen in Albanien – der Koman-Stausee und die Valbona Schlucht

Auf nach Fierze. Der Trubel am Fähranleger war ein einziges Gewusel. Ziegen wurden von Booten in Autos verladen, eine Personenfähre, ein alter Bus, der auf ein Boot geschweißt wurde, füllte sich nach und nach, jeder trank noch einen Kaffee und Straßenhändler boten Snacks für die Überfahrt an. Na prima. Geht doch. Wir mussten auch einfach nur unser online Ticket auf dem Handy vorzeigen und Don Busso durfte auf die Fähre rollen. Eine albanische Fähre, sollte man vielleicht noch dazu sagen. Wer deutsche Luxusliner und große Autofähren gewohnt ist, muss seine Anforderungen wohl ein wenig zurückschrauben. Ein bisschen Abenteuerlust braucht man hier schon, aber es lohnt sich zu 100 %! Als alle an ihrem Platz, die Autos eingewiesen und Mensch und Tier verstaut waren, setzte die Fähre ab zu der zweieinhalbstündigen Fahrt über den, von schroffen und imposant in den Himmel ragenden Felswänden eingerahmten, Stausee. Die Ausblicke sind spektakulär. Diese Fährfahrt ist wohl einmalig auf der Welt und ein absolutes Highlight! Wir haben es sehr genossen und sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen.

In Fierze angekommen wuselte der Hafen genauso. Wir holten kurz Luft und nahmen dann die nächste Etappe nach Valbona in Angriff. Die Fahrt dauert ca. eine Stunde und die Straßen sind sehr ordentlich, sodass man gut vorankommt. Valbona ist ein kleines Örtchen, ganz am Ende der Valbona-Schlucht auf ca. 1300 Metern Höhe. Es lohnt sich mit dem Auto bis ganz zum Ende der asphaltierten Straße zu fahren, 4×4 Gefährte können sich sogar noch weiter in die Schlucht trauen und sich einen noch wilderen und abgeschiedeneren Ort für die Nacht suchen. Der Zugang zum Nationalpark ist kostenlos und Campen wird überall geduldet. Abgeschieden von der Welt fühlt man sich allerdings auch schon am Ende der Straße, die vor einem imposanten und sehr modernen Alpin Hotel endet. Nicht umsonst wird der Pass der die Schucht umschließt, die „Wand von Thet“, als „das Ende der Welt „bezeichnet. In früheren Zeiten durchaus eine glaubhafte Hypothese.

Da wird zeitig in Valbona angekommen waren, wollten wir das Tageslicht noch für eine kleine Wanderung in der Schlucht nutzen. Ein Wasserfall, als eine der Quellen des Valbona Flusses erschien uns günstig. Die durch fast weißes Geröll bedeckte Landschaft des Valbonatals ist landschaftlich einmalig. Diesen Anblick sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Wanderung nach Thet, dem Ort auf der anderen Seite der „Wand von Thet“ dauert allerdings zwischen 6-7 Stunden. Das war und ist für Senta ein bisschen zu viel, zumindest um es an einem Tag hin und zurück zu schaffen und da wir nicht wussten, ob wir eine Herberge finden würden, die Hunde akzeptiert wollten wir kein Risiko eingehen. Die Wanderung zum Wasserfall, der derzeit allerdings eher weniger spektakulär, aber dennoch sehr schön anzuschauen ist, dauerte gute anderthalb Stunden. In der gesamten Schlucht sind kleine Siedlungen verteilt, die Wanderer mit Zelten oder 4×4 Vehikeln aufnehmen und verköstigen.

Die Bewegung tat gut, nach dem wir den ganzen Tag im Auto und auf der Fähre verbracht hatten und im Einbruch der Dämmerung kamen wir wieder bei Don Busso an. Ein leckeres Mahl schloss diesen ereignisreichen Tag ab.

29.09-06.10.2019

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