Pizza, äh Kreta, wir kommen

Pizza, äh Kreta, wir kommen

Was war logischerweise die erste Amtshandlung als wir „das Festland“ (Kreta war in der Zeit auf Gavdos für uns zum Kontinent etabliert und war definitiv das Festland für uns) erreichten? Richtig, wir stürmten die erste Pizzeria, die glücklicherweise nur 50 m vom Hafen entfernt, an der nächsten Strandpromenade lag. Nach über zwei Monaten des wilden Lebens und Kochens war eine belebte Strandpromenade mit Restaurants, der Fülle an Angeboten und Leben fast eine Überforderung. Und warum haben alle so viele Klamotten an? Okay, wir mussten feststellen, dass wir durchaus ein bisschen verwildert waren auf Gavdos, aber irgendwie war es auch aufregend und spannend, die „neue“ alte Zivilisation zu entdecken. Wir fanden einen netten Stellplatz am Strand und verschlagen unsere Pizza mit größter Wonne und Genuss.

Schnell lernten wir die Nachbarn, ein deutsches Pärchen mit zwei Kindern, kennen. Sie hatten die Zeit während des Lockdowns in Paleochora ausgesessen und berichteten uns die Schauergeschichten, der Zeit von gesperrten Stränden und Bewegungseinschränkungen aller Art… Uhhh für uns waren das richtige Gruselgeschichten und uns lief es kalt den Rücken herunter. Wir haben alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht damit, diese verrückte Zeit auf der wilden, kleinen aber dafür umso freieren Insel zu verbringen.

Als wir in Paleochora ankamen war es Mitte Mai. Die Lockerungen der Ausgangssperre waren soweit, dass man sich innerhalb der Präfektur Chania (also eines Regionalbezirkes) frei bewegen durfte.

Da wir uns die Chance den Westen von Kreta, der mit seinen betörend schönen Stränden und Küstenstraßen auf uns wartete, zu erkunden, nicht entgehen lassen wollten, machten wir uns auf den Weg. Vorher gab es allerding noch einiges zu organisieren. Ein Tierarztbesuch musste absolviert werden, Gas für die Küche aufgefüllt, getankt und Grundnahrungsmittel (außer Nudeln und Tomatensoße, auf die wir erst mal für eine ganze Weile verzichten wollten und das auch immer noch tun!) wollten besorgt werden. Auf nach Chania also.

Dort lief alles super glatt. Innerhalb von zwei Tagen war alles erledigt. Der Besuch beim Tierarzt ergab, dass unser kleines Kätzchen, welches sich auf Gavdos in unsere Herzen geschnurrt und sich letztendlich einen festen Platz in der Reisegruppe Abfahrt ergattert hatte, ein kleiner, bereits kastrierter Kater war. Wie überaus peinlich und praktisch zugleich… nagut so wurde aus Queen Luise eben schnell mal King Louie.

Der Kleine ist übrigens ein echt spezieller Kunde, er liebt alles und jeden und bringt uns jeden Tag zum Lachen. Er hat sich vollkommen ohne Probleme in unser Leben eingefügt, läuft uns hinterher wie ein Hund, versucht vehement mit Senta Freundschaft zu schließen, liebt Autofahren und liegt am liebsten auf dem Schoß vom Fahrer oder auf der Frontablage, um alles im Blick zu haben und macht auch sonst den Anschein, als sei er nicht nur zum Reisekater geboren, sondern als mache er sein ganzes Leben lang bereits nichts Anderes. Ein cooler Typ…

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