Montenegro

Montenegro- die Küste

Nachdem wir unseren Nightspot, ein echter Secret Spot für alle Montenegro Reisenden, verlassen hatten, sind wir gut gelaunt in Richtung Podgorica gefahren um meine Freundin Miri abzuholen, die uns in ihrem Sommerurlaub einige Tage begleiten wollte. Ich habe mich natürlich tierisch über diesen Besuch aus der Heimat gefreut! Da war ich schon ein bisschen aufgeregt.

Am Flughafen hat auch alles gut geklappt. Wir haben Miri eingetütet und sind los, ab zum Wasser. Es waren ungnädige 35 Grad und nach der Nacht in den frischen Bergen zerflossen wir in alle Richtungen. Ursprünglich wollten wir am Skadar-See halten und dort die erste Nacht verbringen. Der riesige See, der zur Hälfte in Montenegro und zur Hälfte in Albanien liegt hatte jedoch so wenig Wasser, dass wir hunderte Meter weit nur Schilfgürtel sehen und keine geeignete Stelle zum Campen, geschweige denn zum Baden ausmachen konnten. Schade. Dann eben zum Mittelmeer! Wuhu so weit südlich sind wir auf der Reise auch noch nicht gekommen! Wir waren alle total gespannt und freuten uns auf die Fluten und den Strand!

 Im ersten Küstenort angekommen traf uns jedoch erst mal die Ernüchterung. Menschenmassen überall!! Ein Geheimtipp zum Urlauben ist Montenegro definitiv nicht mehr! Der winzige Stadtstrand aus Kies und Geröll quoll über vor Menschen und wir fanden gerade noch so einen winzigen Durchgang um zum Wasser zu kommen. Wenigstens beschwerte sich niemand über Senta, die sich wirklich auch alle Mühe gab nicht auf jemanden zu treten oder ihre Nase all zu tief in die Strandtaschen zu stecken. Ich glaube sie war genauso erschrocken und blieb brav an einem Fleck sitzen, während wir schnell ins Wasser sprangen um uns abzukühlen. Sehr viel mehr Platz um sich zu bewegen hätte sie ohnehin nicht gehabt. Aus dem ausgiebigen Bad im Meer wurde also nur eine kurze Abkühlung und wir beschlossen unser Glück weiter im Süden zu suchen, wo wir hofften weniger überfüllte Strände zu finden. In Ulcinj fanden wir dann auch einen recht natürlichen Campingplatz (Miami Camping) mit direktem Zugang zu einem einigermaßen begehbaren Sandstrand. Das Wasser war herrlich und wir genossen 2 entspannte Tage in der schattigen Hängematte. Sehr zu empfehlen war der Strand auf der kleinen Halbinsel Ada Bojana. Dort herrschte eine entspannte Stimmung und der besonders der FKK Bereich war ruhig und sauber.

Die Tage einfach am Strand zu verbringen, zu schwimmen, zu schlafen und die Hitze mit süßem Nichtstun über sich ergehen zu lassen, hat wirklich gutgetan. Nach der langen Krankheit und der Geschäftigkeit der Stadt und dann die Durchreise nach Montenegro war ein bisschen Tempo raus nehmen genau das Richtige. Außerdem genoss ich es einfach, eine Freundin aus der Heimat da zu haben. Nach der entspannten Zeit wollten wir dann aber doch auch noch ein bisschen was erleben und traten den Rückzug in die Berge an. Weg von den vollen Küstenstraßen und auf in den Dumitor Nationalpark, der mit schönen Wanderrouten und Gletscherseen lockte.

Die Fahrt entlang der Küste bot zwar spektakuläre Ausblicke, ich kann die Route allerdings mit Hund im Sommer nicht empfehlen. In fast jeder Stadt herrschte Stau und wir zerflossen ohne Klimaanlage im Auto. Senta hatte auch zu kämpfen, obwohl ich ihr ein nasses Handtuch übergelegt hatte, ein Mittel, das sonst sehr gut bei ihr gegen Hitze im Auto hilft. Wir mussten mehrmals zwischendurch anhalten, kämpften uns aus dem Stau an die überfüllten Strände und kühlten uns ab.

Mich wundert es immer wieder, wie viele Menschen Handtuch an Handtuch auf Beton und Steinen dicht gedrängt wie die Sardinen Urlaub machen und dafür viel Geld bezahlen… Natürlich weiß ich, dass Geheimtipps und einsame Strände entlang des Mittelmeeres wohl der Vergangenheit angehören, aber trotzdem schockiert mich diese Form des Urlaubens immer wieder. Und es werden stetig mehr Hotels gebaut. In jedem Ort Baustellen und angefangene Hotelanalgen, die darauf schließen lassen, dass Montenegro wohl noch lange nicht genug hat, weitere Touristenmassen anzulocken und aufzunehmen. Ich hoffe die Einnahmen sind es wert, das ganze Küstenabschnitte völlig überlaufen und die Einheimischen und die Natur immer weiter verdrängt werden. Urlaub am Meer um jeden Preis? Für uns bitte nicht…

Da die berühmte Bucht von Kotor auf dem Weg in die Berge lag, legten wir hier einen Zwischenstopp ein. Am Abend, als es etwas abgekühlt hatte, erkundeten auch Senta und ich die wunderschöne ca. 1000 Jahre alte Altstadt von Kotor. Und das hat sich wirklich gelohnt. Die weiße Stadt, über der in den Bergen eine imposante Festung thront, ist wirklich sehenswert und sehr geschichtsträchtig. Die ersten Siedler landeten hier schon in der Antike an. Auch hier tummelten sich natürlich genug Menschen mit uns durch die Gassen, aber es war längst nicht so schlimm, wie an den Stränden. Nach einem schönen Essen suchten und fanden wir, mal wieder mit der IOverländer App einen super Spot zum Übernachten an einem alten Bootssteg, unmittelbar am Wasser, den wir bei der Ankunft am Abend ganz für uns allein hatten. Mit dem plätschern im Ohr saßen wir unter dem Sternenhimmel in der Bucht und waren froh der Hektik und den vielen Menschen der Küste entkommen zu sein. Morgen würde alles friedlicher werden.

Als wir am nächsten Tag die Bustür öffneten staunten wir jedoch nicht schlecht, dass der halbe Strand der kleinen Bucht bereits mit Handtüchern und den dazugehörigen Badegästen besetzt war. Damit hatten wir nicht gerechnet, aber die Stelle schien bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein. In Windeseile packten wir Miris Zelt zusammen und nach einer Abkühlung traten wir schleunigst den Rückzug an.

Jetzt wollten wir aber wirklich in die Berge und ein bisschen Abgeschiedenheit. Nach ca. 2,5 h Fahrt erreichten wir dann auch den ersehnten Campingplatz in den Bergen mit angenehmen 20 Grad und leichtem Wind. Die Aussicht auf einen der über 2000 m hohen Berge, von denen es 48 Stück im Park gibt, war ein schöner Kontrast zu den überfüllten Stränden der Vortage.

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