Rumänien

Mit dem Van durch Rumänien

Rumänien war schon lange ein Traumziel von mir und ich war schon ganz aufgeregt und neugierig auf dieses Land. Die erste europäische Grenze nach einer ganzen Weile hielt auch gleich eine bürokratische Raffinesse für uns bereit. Bei der Passkontrolle saß Senta, wie immer, vorne im Auto. Der Beamte sah sie und meinte, dass es wohl Probleme bei der Custom Control (Zoll) geben würde, da an dieser Grenze keine Tiere in das Land einreisen dürften. Oh no. Bitte nicht. Die nächste Grenze war einige hundert Kilometer gen Süden weit weg und der Umweg wäre richtig nervig gewesen, zumal wir uns erst mal wieder in die Einreiseschlange nach Moldawien hätten einreihen dürfen. Mein braves und schlaues Hündchen hat die Situation jedoch auf ganz natürliche Art und Weise gelöst. Sie legte sich zusammengerollt in meinen Fußraum, da ihr das Prozedere an der Grenze wohl zu lange dauerte und sie das ständige rein und raus von uns und Türen auf und zu nun ja auch schon einige Male miterlebt hatte und das wirklich absolut unspektakulär findet und nutzte die Zeit für ein genüssliches Schläfchen. So entging sie den Augen der Zollbeamtin, und da man einen Hund nicht verzollen und somit nicht extra erwähnen muss, konnten wir ungestört und ohne Probleme einreisen. Manchmal ist man vor aller Augen eben doch am unsichtbarsten. Braver Hund.

Da wir von all den Erlebnissen geschafft waren und außerdem noch etwas zu feiern hatten, wollten wir nicht mehr allzu weit fahren. In Iasi, einer grenznahen Stadt, steuerten wir einen See kurz außerhalb der Stadt an. In Rumänien begrüßten uns dann auch die lang erwarteten und nie gesehenen Pferdekarren auf den Straßen. Von der moldawischen Moderne war weit und breit nichts mehr zu sehen. Auch Iasi erschien eher rustikal als prunkvoll. Der Weg führte uns an den Rand der Stadt durch eine Zigeunersiedlung. Farbenfroh gekleidete Frauen, lachende Kinder und bunte Straßenhunde (die es erst seit der Ukraine in nennenswerter Anzahl zu sehen gibt, Russland scheint wirkungsvolle „Methoden“ zu haben um Straßenhunde aus den Stadtbildern verschwinden zu lassen) begleiteten uns auf dem Weg aus der Stadt hinaus. Pompöse Villen, manche noch im Rohbau, neben einfachsten Hütten, teilweise gebaut aus Bauschutt und Bauresten, wechselten sich ab. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Ambivalenz die in diesem Land, das seit 2007 Mitglied der EU ist, herrscht?!

Der Stausee, an dem schwimmen und fischen strengsten verboten war, schien jedoch klarer und sauberer als der übel riechende See vom gestrigen Tag. Der Platz war wunderschön, ruhig gelegen und niemand war weit und breit zu sehen. Zur Feier des Tages, wir waren mit dem heutigen Tag genau zwei Monate unterwegs, öffneten wir noch ein Fläschchen vom gerade erworbenen guten Roten und ließen die bisherige Zeit auf der Straße Revue passieren. Ein fantastischer Sonnenuntergang rundete diesen aufregenden und ereignisreichen Tag ab.

Die strahlende Sonne am nächsten Morgen lud dazu ein, die Morgenroutine ganz entspannt angehen zu lassen. Ein ausgedehntes Frühstück, ein bisschen Yoga, Martin und Senta gingen am See laufen und zur Erfrischung baden bis ein dicker Security Mann schnaufend auf uns zu gelaufen kam. Sein Chef hatte ihn zu uns geschickt um uns zu vertreiben bzw. nachzusehen, wer hier verbotenerweise campierte, aber in gebrochenem deutsch/englisch fragte er nur, ob es uns denn hier gefalle und ließ uns dann mit einem „ist ok, ist ok, bleiben hier“ zurück und schnaufte wieder von dannen. Das war das Erste, was uns bei der Einreise in die EU aufgefallen war. Die Menschen lächeln wieder auf der Straße und lächeln und winken uns im Bus ganz offen und interessiert zu. Herrlich erholt starteten wir durch in Richtung Berge. Die Karpaten! Da wollte ich schon immer mal hin!

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