Kroatien mit Hund

Da wir nun fast einen Monat in Kroatien waren, möchte ich meine Eindrücke für Kroatien als Reiseland mit Hund festhalten. Kroatien mit Hund ist, im Vergleich zu manchen osteuropäischen und Balkanländern die wir bereist haben, in meinen Augen kein optimales Ziel. Zumindest nicht für Backpacker oder Vanreisende. Wildcampen ist hier wirklich nicht gern gesehen. Die Polizei patrouilliert an beliebten Stellen wohl auch nachts umher, wie uns berichtet wurde, wir haben dies zum Glück nicht erlebt. Die letzten Tage in Kroatien haben wir einen sehr schönen Platz in einem winzig kleinen Dörfchen oberhalb der Küste gefunden (Obrš) und auch eine Nacht, die wir im Hinterland an einem beliebten Rafting Platz genächtigt haben (siehe hier) verlief ruhig und Senta konnte frei ums Auto herum stromern und sich in der Natur bewegen.

so lässt es sich leben…endlich etwas grün um uns herum (Orbs)

Wenn man sich also ein bisschen Abseits der Touristenmassen hält, kann man schon einige Plätze finden. Dies waren jedoch auch nur 3 von fast 20 Nächten. Entlang der Küste und an beliebten Spots sieht es sicherlich anders aus. Für die restlichen Übernachtungen sind wir auf Campingplätzen bzw. in einer Ferienwohnung untergekommen. Wem es gefällt, dem können wir den FKK Campingplatz auf Pašman (FKK Campingplatz Sovinje) empfehlen. Sehr hundefreundlich und entspannt. Die Preise für die Campingplätze haben sich in der Hauptsaison allerdings mitunter auch gewaschen. Zwischen 28-55 Euro pro Nacht mussten wir (für alle zusammen) berappen.

Auch die steinigen Strände und oft vollständig zubetonierten Flächen an der Küste sind bei 30 ° Grad für Hundepfoten mehr als ungeeignet. Man muss schon sehr aufpassen, dass man ein schattiges Plätzchen findet, den Hund auf einer Decke ablegen und schauen, dass die Hundepfötchen beim Gang von A nach B in den oftmals komplett betonierten Örtchen und Städten nicht verbrennen. Auch das morgendliche „Geschäft“ war für Senta nicht so einfach zu verrichten. Man kann sich vorstellen, dass der naturverwöhnte Reisehund von heute sich doch eher ziert seinen Urat auf kahlem Beton zu hinterlassen (was ich auch sehr zu schätzen weiß). In vielen Orten war es jedoch recht schwierig Sentas Bedürfnis nach Privatsphäre nachzukommen. Kaum Grünflächen, viel Stein, Geröll und Beton. Kroatien aus Hundesicht.

Positiv zu erwähnen war, dass sich niemand an Senta gestört hat. In allen Restaurants war der Hund sehr willkommen und ihr wurde Wasser angeboten. Auch auf Stränden, die für Hunde eigentlich verboten waren, wurden wir akzeptiert. Hundestrände gab es zwar, diese waren aber meist schon komplett von kleinen, an der Flexleine gehaltenen, lautstarken Giftzwergen belegt. Sich da noch dazwischen zu quetschen bedeutet Stress pur für alle für den Rest des Strandtages. Da weichen wir lieber aus, auch wenn Senta hysterische Scheinattacken meist geflissentlich ignoriert.

Als Dalmatiner war ihr außerdem natürlich besonders in der Region „Dalmatien“ viel Aufmerksamkeit sicher! Besonders die Kinder hatten keinerlei Berührungsängste und streichelten Senta, leider oft ohne Eltern in Sicht oder ohne wenigstens einen fragenden Blick… Mehr als einmal musste ich aus dem Wasser wieder an Land kommen und Senta vor allzu viel grapschenden Kinderhänden schützen. Sie lässt zwar alles komplett stoisch über sich ergehen, selbst als ein Kind auf sie klettern wollte, blieb sie ganz versteinert und schaute einfach nur in die Ferne ohne mit der Wimper zu zucken. Das geht dann aber auch mir zu weit und ich möchte nicht, dass mein Hund als allgemeines Spaßspielzeug herhalten muss. Hier und da mal gestreichelt zu werden findet Senta ja auch ganz prima, aber alles hat seine Grenzen.

Alles in Allem war wohl die Zeit auf der Insel Pašman die angenehmste Zeit in Kroatien mit Hund. Dort war alles etwas naturbelassener und nicht so übermäßig bebaut. Möglicherweise ist die Nebensaison entspannter, mehr Grünflächen gibt es dann aber auch nicht.

Ich denke wir haben die Zeit hier für Senta so angenehm wie möglich gestaltet und versucht so viel Rücksicht wie möglich auf ihre Bedürfnisse zu nehmen, was schlussendlich auch gelungen ist. Im Vergleich zu anderen Ländern war es jedoch etwas schwieriger und aufwändiger. Ich persönlich kann Kroatien mit Hund nicht unbedingt empfehlen, besonders, wenn man zwei Wochen entspannten Strandurlaub machen möchte… Da gibt es andere Länder, die mit hundefreundlicherem Terrain aufwarten können.