Ein ganz besonderer Tag auf Santorini

Ein ganz besonderer Tag auf Santorini

Über Santorini möchte ich gar nicht zu viel schreiben, denn es gibt über diese Insel unendlich viele Reiseberichte…

Ich war zunächst etwas skeptisch, allerdings wollte ich gerne zu meinem herannahenden Geburtstag etwas Besonders erleben und Martin war Feuer und Flamme die Vulkaninsel zu entdecken.

In einer stürmischen Nacht erreichten wir von Kos über Karpathos (wo wir auch eine Nacht Aufenthalt hatten) mit der Fähre die Insel Santorini.

Was viele nicht wissen, das charakteristische Bild mit den blauen Kuppelkirchen und den weiß getünchten Häusern, dass viele von Griechenland generell haben, ist vor allem durch die Bilder der alten Fischerdörfer Oia, Perivolas und Fira auf Santorini entstanden. Es gibt zwar in Griechenland auch so einige weiße Häuser, aber dieser Stil, den viele, wir auch, für besonders griechisch gehalten haben (wir waren ehrlich gesagt fast schon enttäuscht, dass es nicht in ganz Griechenland so aussieht) ist definitiv nicht überall in Griechenland verbreitet.

Nach dieser Erkenntnis mussten wir doch ziemlich lachen und uns mal wieder sehr darüber wundern, wie Erwartungen und Bilder von Ländern entstehen und sich in ganzen Gesellschaften manifestieren. Wie es wirklich ist, erfährt man meist eben doch nur, wenn man sich selber auf den Weg begibt und vor Ort nachschaut.

Um meinen, ganz besonderen, weil runden, Geburtstag zu feiern, hatten wir uns ein kleines Apartment gemietet, was in der absoluten Nebensaison auch bezahlbar war. Im Sommer ist Santorini aus zwei Gründen für mich ein absolutes Horrorziel. Erstens, es herrscht überall das Flair von purer Dekadenz und Luxus, die Preise sind extrem hoch, im Sommer fast unbezahlbar. Und zweitsens, die Touristenmassen und das Große „sehen und gesehen werden“. Selfiesticks, Fotoshootings und Instagram-Posing, wo man geht und steht. GRUSELIG!

Wir hatten Glück, im Februar sind auch auf dieser Insel die Bordsteine mehr oder weniger hochgeklappt. So konnte auch ich es genießen, die malerischen Fischerorte zu bestaunen. Mein Geburtstag war, dank Martin, der sich wirklich viele süße Überraschungen hat einfallen lassen, wunderschön. Ich war zuvor ein wenig wehmütig gewesen, denn meinen Geburtstag feiere ich nun mal sehr gerne im großen Kreis mit vielen meiner Freunde, die ich tatsächlich sehr vermisst habe.

An solchen besonderen Tagen, wird einem schon bewusst, dass dieses freie Reiseleben eben auch einige Opfer fordert. Natürlich ist das ein absolutes First-World-Problem und Jammern auf extrem hohem Niveau, dennoch ist es Teil unsere Lebensrealität, nicht einfach zu der besten Freundin oder dem besten Freund gehen zu können, die Familie zu sehen oder konstant einem Hobby nachzugehen.

Bei unseren Ausflügen haben wir den Red Beach und den Black Beach besucht, die mit ihren außergewöhnlichen Farben wirklich beeindruckend sind.

Am coolsten war aber natürlich ein kleiner Trip auf den Vulkan, bzw. die Krater-Reste der Insel. Zu sehen, wo und wie die Insel entstanden ist und sich die gewaltigen Kräfte vorzustellen, die dort gewirkt haben müssen, war wirklich etwas Besonderes.

Auch die am Boden, zu kreisförmigen Gebilden gedrehten, charakteristischen Weinstöcke erweckten bald unsere Aufmerksamkeit. Der starken Winde wegen, werden die Rebstöcke am Boden gedreht, so bekommen die Trauben noch mehr Wärme und sind vor Windschäden geschützt, wie wir auf einem kleinen, familiengeführten Weingut erfahren haben. So können die Trauben sogar schon einige Wochen früher geerntet werden als auf anderen Inseln. Und lecker wird der Wein, dank dieser Methode, auch. Prost!

Wildcampen war gar nicht so einfach, denn auf dieser kleinen, steilen Insel eine freie gerade Fläche zu finden, die kein Privatgrundstück ist, ist gar nicht so einfach. Unser Lieblingsplatz wurde bald eine schöne, renovierte Windmühle, wo sich niemand an uns gestört hat. Der Wind pfiff uns allerdings überall auf der Insel stets heftig um die Ohren.

Nach fast zwei Wochen beschlossen wir, Santorini wieder zu verlassen. Auf nach Kreta sollte es nun gehen. Um die Fähre früh um sechs am nächsten Morgen nehmen zu können, schliefen wir mit dem Auto am Hafen. Aufgrund des schlechten Wetter kam sie jedoch nicht. Informationen wann und ob die Fähre noch kommen würde, waren, ganz nach griechischer Art, spärlich und konfus, sodass wir einfach beschlossen am Nachmittag wieder zu kommen. Und siehe da, nur 12 Stunden später als geplant, nahmen wir auch schon Kurs auf Kreta!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.