Ungarn

Die Puszta- ein Traum wird wahr

Die größte Grassteppe Europas. Als Reiterin ist es schon ein Kindheitstraum von mir gewesen diese unendlichen Weiten mit dem Pferd zu durchreiten und im wilden Galopp, wie die ungarischen Hirten über die Steppe zu fliegen. Auch die sengende Hitze konnte unseren Tatendrang nicht schmälern. Vom Campingplatz war es nicht mehr weit bis Hortobagy. Dort angekommen versorgte uns die Touriinformation mit den nötigen Hinweisen. Wir suchten das 3 km entfernt gelegene Gestüt Matai auf und meldeten uns für eine Reittour an. Täglich fahren dort mehrere Kutschen ab und es gibt Vorführungen der Hirten und Rinderherden in der Puszta. Ich wollte jedoch lieber zu Pferde und ganz ohne viel Tamtam diese Gegend erleben. Am nächsten Tag konnten wir eine Tour buchen, es war jedoch noch fraglich ob Martin den „Test“ bestehen würde, da die Tour wohl einige Reitkenntnisse erforderte. Den Rest des Tages verbrachten wir in Zeitlupe. Kein Baum, kein Wind, einfach nur Hitze…Zum Glück hatten wir einen schattigen Platz für Don Busso an einem Kanal gefunden, aber das Wasser lud nicht unbedingt zu einem ausführlichen Badevergnügen ein und brachte somit nur mäßige Abkühlung. Erst der spektakuläre Sonnenuntergang brachte etwas Linderung und der weite Blick, wie am Meer, versöhnte uns wieder mit den Strapazen der Hitze. Auch die Nacht war warm und drückend.

Die ersten Sonnenstrahlen am nächsten Morgen scheuchten uns recht unsanft aus den Federn. HEIß! Es wurde einfach viel zu heiß im Auto zum Schlafen, selbst bei offener Tür und im Schatten. Wir versuchten also der Hitze so gut es ging zu entkommen und machten uns zeitig auf zum Gestüt. Das Gestüt Matai ist das National Gestüt Ungarns. Dort werden ungarische Warmblüter und die traditionellen, eher als Kutsch- und Arbeitspferde geeigneten, Nonius Pferde gezüchtet. Ach ich war selig allein mal wieder eine samtige Pferdenase zu streicheln und den intensiven Pferdegeruch einzuatmen. Das Reiten fehlt mir doch mehr als ich zugeben mag, aber es ist schwierig dies auf der Reise beizubehalten, da ich auch gewisse Vorstellungen davon habe, wie Pferd und Equipment aussehen sollten. Reine Touri-Reitbetriebe, bei denen die Pferde leiden und das Sattelzeug nicht passt, möchte ich nicht unterstützen.

Hier, in einem professionellen Gestüt passte alles. Also ran an den Zossen. In voller Montur erschienen wir am vereinbarten Treffpunkt. Aber zu früh gefreut. Aufgrund der Hitze sollte die Tour auf den morgigen Tag verschoben werden. Oh nein! Der Dame die die Touren organisierte schien unsere Enttäuschung leid zu tun und sie versuchte eine spätere Tour zu organisieren. Nach zwei Stunden Wartezeit ging es dann wirklich los. Wir bekamen Pferde zugeteilt und ENDLICH endlich spürte mein Reiterhintern wieder einen Sattel. Ach herrlich war das! Auf dem Reitplatz kam dann der große Test. Im Schritt sah alles noch ganz gut aus für Martin und den anderen Mitreiter. Als wir jedoch antraben sollten wurde schnell klar, dass die Reitkünste der Männer leider nicht ausreichen würden um alleine durch die Puszta zu galoppieren. Schade. Unseren gemeinsamen Ausritt müssen wir wohl noch etwas verschieben.

Martin ermutigte mich jedoch, meinen Traum dennoch zu erfüllen. Mit zwei Begleitern vom Gestüt ging es los. Gleich hinter den Stallungen beginnt sie, die Weite des Graslandes. Wir ritten vorbei an Wasserbüffelherden und Hirtenhütten, sahen die Jungpferdeherden, die unter vereinzelten Baumreihen Schatten suchten und passierten die typischen Ziehbrunnen Ungarns. Auch mein lang ersehnter Galopp durch die Steppe wurde erfüllt und so kam ich selig, wenn auch total verschwitzt und durstig mit einem breiten Lächeln zurück am Gestüt an. Ein tolles Erlebnis, dass jedes Reiterherz höherschlagen lässt.

Nachdem tollen Erlebnis fuhren wir zum Theis-See, bzw. einem Arm davon um uns noch etwas zu erfrischen und abzukühlen. In den Abendstunden ging es dann auf Richtung Budapest. Bye bye Ungarische Puszta und Hauptstadt wir kommen!

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