Kosovo

Bärenstarkes Kosovo

Nach der schönen Zeit in Prizren wollten wir zunächst noch einen Tag außerhalb der Hauptstadt verbringen, bevor wir uns ins nächste Gewühle stürzen würden. Was käme da gelegener als die Bärenauffangstation Prishtina? Richtig: Nichts. Die österreichische Tierschutzorganisation „Four Paws“ hat mit ihrer Arbeit eine tolle Leistung vollbracht und einen sehr schönen Ort geschaffen, an dem die sogenannten „Restaurant-Bären“ so naturnah wie möglich leben können. In Albanien und Kosovo wurden Bären in winzig kleinen Käfigen, unter furchtbaren Bedingungen, zur Belustigung der Gäste gehalten. Dank der Arbeit von Four Paws ist dies nun in Kosovo verboten und wird es in Albanien hoffentlich auch bald sein. Da die geretteten Bären viel zu sehr an den Menschen gewöhnt sind, ist es nicht mehr möglich sie auszuwildern, da sie immer in der Nähe von Menschen nach Fressbarem suchen würden. Probleme wären hier vorprogrammiert. Daher hat die Organisation in Zusammenarbeit mit der KFOR und der Stadt Prishtina ein Areal gekauft und erschlossen in dem die Bären, in wirklich weitläufigen Gehegen, ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen können. Das Bear Sanctury Prishtina ist super schön gestaltet und sehr sehenswert und kostet sogar nur 2 Euro Eintritt. Wir waren sehr begeistern von der Arbeit dort.

Da wir uns noch immer nicht so recht bereit für die Stadt fühlten und uns die Jungs, die wir zwei Nächte zuvor getroffen hatten den Ballava See empfohlen hatten, beschlossen wir noch eine Nacht dort zu bleien. Der See hatte zwar einen sehr niedrigen Wasserstand und leider waren die meisten Stellen, wie überall in Albanien und Kosovo sehr zugemüllt, aber nach ein bisschen aufräumen hatten wir einen schönen Platz für die Nacht gefunden. Abends gesellten sich fünf wilde Hunde zu uns, die aber alle sehr höflich und gut sozialisiert waren.

Die einzige, die sich ziemlich schlecht benommen hat, war Senta… Sie wird schnell eifersüchtig und ergreift aus Unsicherheit die Flucht nach vorn. Zum Glück interessierten sich die Hunde nicht für ihre Scheinattacken und blieben gelassen. Ein kleiner, junger Rüde blieb die ganze Nacht und wäre Senta nicht so entschieden dagegen gewesen, hätte er mein Herz erweicht… Es ist gar nicht so einfach an den ganzen süßen und freundlichen Hunden vorbei zu fahren bzw. sie zurück zu lassen, wenn man schon einen Abend Freundschaft geschlossen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.