Türkei

Auf in die Türkei – Überwintern in der Sonne

Tschüss Griechenland, Hallo Türkei!

Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Nähe von Gallipoli, unweit der antiken Stadt Troja. Wie aufregend. Mit dem Blick auf Asien, dem bisher östlichsten Teil unserer Reise, erwachten wir am Morgen.

Da drüben beginnt das geografische Asien

Wir waren ein bisschen andächtig, so weit weg von zu Hause. So lange schon unterwegs. Aber es zog uns abenteuerlustig wie eh und je weiter in die Ferne. Troja rief nach uns. Nachdem wir in Canakkale die Fähre genommen hatten und auf dem asiatischen Teil der Türkei angekommen waren, ging es weiter in die geschichtsträchtige Stadt. Wir mussten allerdings ein wenig suchen, bis wir die antike Ausgrabungsstätte gefunden hatten.

Dort angekommen musste Senta leider im Auto warten. Hunde sind zwar nicht verboten, aber das antike Troja wird von einem stattlichen Trupp Straßenhunde, fast alle Kangals, bewacht. Das war mir dann doch ein bisschen zu riesky mit Senta, in deren Territorium einzudringen. Wir ließen Senta im Auto und begannen unsere Rundtour. Sehr viele alte Steine lagen vor uns und wollten besichtigt werden. Es war schon beeindruckend die vielen „Schichten“ Trojas zu sehen. Leider hatte ich nicht so viel Ruhe, mir alle Infotafeln durchzulesen, da ich Senta nicht so lange im Auto warten lassen wollte, denn die Sonne schien hier wieder recht kräftig.

Nachdem auch Martin seine Tour beendet hatte, fuhren wir weiter Richtung Pamukkale. Die berühmten Kalksteingebilde wollten wir nicht verpassen. Wie aus dem Nichts hebt sich ein riesiger weißer Berg aus der Erde. Die Kalksteinformationen haben über Jahrhunderte interessante Formen gebildet, unter anderem Pools, in denen sich türkisfarbenes Wasser sammelt. Oben auf dem Plateau liegt eine alte Ruinenstadt, fast ebenso beeindruckend wie Troja, wenngleich auch weniger berühmt.

In den alten Ruinen gibt es ein Thermalbad, denn heiße Quellen sprudeln aus dem Berg und laufen die weißen Wände herunter. Dies wollten wir besuchen, da wir aber leider am ersten Tag zu spät waren, wollten wir es am nächsten Tag versuchen. Wir zogen in ein Hotel, denn es war schon wieder zu warm, um Senta im Auto zu lassen. Was wir nicht wussten war, dass es am ganzen nächsten Tag regnete. Da uns der Sinn ohnehin nach einem gemütlichen Einmummeltag stand und wir die Pause vom Fahren gut gebrauchen konnten, verschoben wir den Besuch um einen weiteren Tag. Es ist toll, so flexibel in seiner Planung sein zu können und Ausflüge dann zu machen, wenn es passt. Am dritten Tag in Pamukkale zogen wir also zeitig den Berg hinauf. Man darf nur Barfuß über den weißen Stein laufen, denn Schuhe verschmutzen den empfindlichen Kalkstein.

Es war eine coole Erfahrung, in den warmen Rinnsalen nach oben auf den Berg zu laufen, geblendet von all dem Weiß um einen herum. Früh morgens hielten sich auch die Touristenmassen noch in Grenzen. Wir konnten uns gar nicht sattsehen, an den tollen Formationen, die das herabfließende Wasser im Gestein hinterlässt.

Auch einige der Pools konnten wir bestaunen, andere waren derzeit trocken. Ob das Wasser manchmal umgelenkt wird, um einige Pools gezielt zu befüllen oder trocken stehen zu lassen, wissen wir leider nicht.

Oben angekommen nahmen wir Kurs auf das Thermalbad. Dort badeten wir in 38 Grad warmen Wasser in einem Becken, in dem angeblich auch schon in der Antike gebadet wurde. Bruchstücke alter Säulen aus Marmor, die wirklich schon eine Weile dort im Wasser liegen mussten, unterstrichen diesen Eindruck. Ein cooles Erlebnis, im Sommer bestimmt nicht auszuhalten, vor lauter Touristen.

Nach einer Stunde verließen wir das Wasser, dem heilende Kräfte zugesprochen werden, wieder und machten uns an den Abstieg. Mittlerweile waren auch etliche Touristenbusse angekommen und der Berg war wie von Hunderten Ameisen übersäht.

Man wird sogar animiert, Fotos mit einem roten Ara zu machen. Nach dem Preis habe ich nicht gefragt, denn ich fand die Idee vollkommen absurd, mich mitten in der Türkei, an einem solchen Ort, mit einem Papagei fotografieren zu lassen, aber nun gut. Das muss ja jeder für sich selbst entscheiden, wie viele Papageien-Fotos man wirklich braucht zum Glücklich sein. Ein wahren Selfie-Eldorado! Schnell weg hier.

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